Biographie
Seit Februar 1967
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Barbara, wieso malst Du, was bewegt Dich dabei?
Die Malerei ist für mich eine Sprache die Welt zu entdecken. Sie ist Öffnung, fast ein Riß in der Zeit um der Wirklichkeit zu begegnen. Es ist diese Haltung die mich dabei so fasziniert. Für mich entsteht dabei ein Raum auf jener sehr feinen Ebene, in der Berührung möglich ist. Das macht mir das Leben spürbar. Alles was geschieht fußt darin. Die Bewusstheit und das Vertrauen, worin für mich die Schönheit wohnt, empfinde ich als eine natürliche Ordnung der Dinge. Es ist meine Art das Feine dieser Welt zu stärken. Nähe ist so wichtig. Unsere Wahrnehmung ist überfordert. Wir haben so viel zu bewältigen, was teilweise ganz weit von uns entfernt ist, und finden kaum Zeit diesen empfindlichen Raum zu betreten.

Was ist denn Schönheit für Dich? Was drückt sie für Dich aus?
Schönheit definiert sich in mir nicht nur in etwas Sichtbarem. Da ist ein Geheimnis, etwas was sich gar nicht so genau benennen lässt. Sie ist vor allem ein Berührtsein. Die Trennung zwischen dem Betrachter und dem Schönen wird durchlässig. Ein wenig fühlt es sich an wie ein Erkennen. Da weiß etwas voneinander. Sie ist fern von Vollkommenheit, ist lebendiger Ausdruck.
Farben, Oberflächen, Formen spielen da eine große Rolle. Licht und Bewegung, Zeit die allem innewohnt. Auch sichtbar geworden Zeit, die einfach vorhanden ist. Im japanischen Pantheon gibt es einen Begriff für jenen Glanz der entsteht wenn man Dinge immer und immer wieder berührt. "Nare" verleiht Wesentliches. Die Grundsätze des Wabi-sabi inspirieren meine Arbeiten.
Schlichtheit, Einfachheit... die japanische Ästhetik, ihre Philosophie begeistert mich. Sie ist für mich Heimat.

Und welche Bedeutung haben die Farben für Dich dabei?
Farben sind mein Ausdruck. Sind "weltgewordener" Geist für mich. Spannend ihre Nachbarschaften. Die Beziehung die zwischen ihnen entsteht, ihr Verhalten, ihre Schichtungen sind für mich interessant. Oft lege ich viele übereinander um sie mit jedem neuen Farbauftrag weiter zu öffnen. Es ist mir wichtig, sie soweit als möglich, in ihrem Ursprung zu verwenden. Ich vermale historische Farben, die aus Erden, Erzen, Mineralien, organischen Grundstoffen gewonnen wurden. Sie sind schon da! Farbe ist steter Wandel, Vergänglichkeit, Spiel. Licht bricht sie auf mannigfaltige Weise. Sie zu begreifen, zu benennen, in irgendeiner Form einzugrenzen ist für mich nicht möglich. Allein die Vorstellung, dass jeder Mensch auf seine ganz eigene Weise Farben wahrnimmt, sie auch unterschiedlich sehen kann, fasziniert mich. Was für ein geheimnisvolles Bild, dass sie gemäß Goethe´s Farbenlehre an den Grenzen zwischen Licht und Dunkelheit entstehen. Wir können uns mit ihnen vertraut machen.

„Wenn eine einzelne Feder und tausend Welten
in gleichem Maße dieser Raum sind,
wer kann dann noch sagen, welches das Enthaltende
und welches das Enthaltene ist?
Wer kann die Grenzen ausfindig machen,
die die Fülle und den Reichtum
des Lebens einengen könnten?“
(Tarthang Tulku)

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